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Podium der VDA/Verlag Heinrich Vogel-Fachkonferenz

Fachkonferenz IAA 2010 - Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz: Erste Erfahrungen aus der Praxis

(25.09.2010) Straßengüterverkehrs-, Logistik- und Busunternehmen sollten das Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz nicht als bloße Pflicht sehen, sondern die Chancen nutzen, die die Aus- und Weiterbildung ihnen und ihren Fahrern bietet. So lautet das Fazit der vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Verlag Heinrich Vogel am Donnerstag, den 23. September, im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover veranstalteten Fachkonferenz „Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz: Erste Erfahrungen aus der Praxis".

Die rund 300 Teilnehmer der komplett ausgebuchten Fachkonferenz erhielten anhand von vier Erfahrungsberichten zur Umsetzung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes Informationen aus erster Hand: „Die Aus- und Weiterbildung der Kraftfahrer ermöglicht es, den wachsenden Anforderungen der Transportwirtschaft gerecht zu werden", zog Peter Putz, Leiter Transportwesen bei Lobbe Entsorgung, Bilanz. Putz stellte in seinem Bericht dar, wie Lobbe Entsorgung die Weiterbildung der etwa 700 Lkw-Fahrer im eigenen Unternehmen - den speziellen Bedürfnissen eines Entsorgungsunternehmens angepasst - durchführt. 

„Gutes Personal zu gewinnen wird immer schwieriger", sagte Martin Christoph, Betriebsleiter des Busunternehmens Autobus Oberbayern, in seinem Vortrag zur Vergabe der Weiterbildung an einen externen Schulungsanbieter. „Die Frage der Organisation und Finanzierung der Schulungen genießt bei den Fahrern einen hohen Stellenwert." Wenn ein Unternehmen sich hier engagiere - Autobus Oberbayern übernimmt zum Beispiel die Kosten - dankten es die Fahrer mit neuer Motivation und Loyalität, erläuterte Christoph.

 

Weiterbildung: Verantwortung beim Fahrer und beim Unternehmen

Elke Ester, Personalleiterin der UPS Transport OHG, sagte, dass die Weiterbildung nach Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz sowohl in der Verantwortung des Fahrers als auch des Unternehmens liege. Die UPS Transport OHG lässt für ihre rund 500 Lkw-Fahrer die Weiterbildungen von einem externen Schulungsanbieter organisieren. UPS übermittelt den Fahrern dann die zur Verfügung stehenden Termine. Zahlen müssen die Fahrer selbst, sie profitieren aber von günstigeren Preisen.

Bei der Auswahl der externen Schulungsanbieter für die Weiterbildung habe man „besonderen Wert auf das Praxiswissen der Trainer gelegt", berichtete Karsten Menke von Menke Spezial-Transporte. Geschäftsleiter Menke erläuterte in seinem Vortrag auch, wie sein Logistikunternehmen die Weiterbildung nach Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz mit einer Erfolgskontrolle verknüpft hat. Die Fahrer erhalten laut Menke via Telematik nicht nur eine permanente Auswertung ihrer Fahrweise, sondern mit Hilfe der Technik werde auch Nachschulungsbedarf ermittelt.

 

Aktuelle rechtliche Fragen und Fördertöpfe

Neben den Erfahrungsberichten der Unternehmen standen aktuelle rechtliche Fragen zum Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz und die Fördertöpfe des Bundesamts für Güterverkehr im Vordergrund. Beate Schleicher, Referentin bei der IHK Nord Westfalen, erklärte in ihrem Vortrag zum Beispiel, was es mit dem Besitzstand und der „Handwerker-Regelung" auf sich hat. Und Marianne Heesing, Leitern der Außenstelle Hannover des Bundesamts für Güterverkehr (BAG), informierte das Publikum im Detail über das BAG-Förderprogramm „Aus- und Weiterbildung".

 

Hintergrund: Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz

Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz stellt seit 10. September 2008 für Busfahrer und seit 10.09.2009 für Lkw-Fahrer ein neues Element ihres Berufslebens dar. Seit diesen Stichtagen läuft zum einen die 5-Jahres-Frist zur Weiterbildung der Bestandsfahrer und zum anderen müssen die Neueinsteiger eine Grundqualifikation beziehungsweise eine beschleunigte Grundqualifikation nachweisen.