EU-BKF | BKrFQG News

Foto: Picture Alliance/dpa/Christian Charisius

Lkw-Frachtraten steigen

(19.08.2015) Im zweiten Quartal 2015 erreicht der Transportpreisindex von Capgemini Consulting und Transporeon ein Allzeithoch. Doch dieser Wert ist nicht so hoch, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Berlin /Ulm. Der Transportpreisindex von Capgemini Consulting und Transporeon ist im zweiten Quartal 2015 auf 104,9 Punkte geklettert. Das ist der höchste Wert seit dem es den Transport Market Monitor (TMM) – einem Index für den Straßengüterverkehr in Europa– gibt. Der bisherige Höchstwert stammte aus dem zweiten Quartal 2011.

Spitzenwert nicht so "spitze", wie es auf den ersten Blick erscheint

Doch ist dieser Spitzenwert nicht so „spitze“, wie es auf dem ersten Blick erscheint. Denn bereits im dritten Quartal 2008 wurde ein Wert von 103,8 Punkten erzielt. Demnach haben sich die Transportpreise in sieben Jahren nur um 1,1 Punkte oder 1,06 Prozent erhöht – trotz einiger Mauterhöhungen, trotz gestiegener Löhne oder sonstigen Kostensteigerungen.

Daher erscheint das Wachstum relativ niedrig. Doch zeigen auch andere Indices wie beispielsweise der VerkehrsRundschau-Index, dass die Teuerungsrate im Straßengüterverkehr gering ist. Der VR-Index, der von der Unternehmensberatung BearingPoint unterstützt wird und für den deutschen Markt erhoben wird, ist zwischen dem dritten Quartal 2008 und dem zweiten Quartal 2015 nur etwas stärker um 1,8 Prozent gestiegen.

Ein wesentlicher Grund für den geringen Preisanstieg sind die niedrigen Dieselpreise. Nach Aussagen des TMM liegt der Dieselpreisindex im zweiten Quartal 2015 bei 90,7 Punkte und damit deutlich unter dem Ausgangswert aus dem Januar bis Juni 2008 (= 100 Punkte).

Gegenüber dem ersten Quartal 2015 ist der Index um 10,4 Prozent geklettert

Interessant ist die Veränderung des Transportpreisindex im TMM im Vergleich zum Vorquartal. Im ersten Quartal 2015 lag der Index bei 94,5 Punkten und hat sich damit kräftig um 10,4 Prozent verbessert. Zum Vergleich: Der VR-Index ist im gleichen Zeitraum nur um 0,03 Prozent gestiegen.

Doch dafür gibt es auch einen Grund: Denn die Daten im TMM basieren auf Zahlen der Logistikplattform Transporeon. Es handelt sich also um Spotmarktpreise. Die schwanken deutlich stärker als die Frachtraten im allgemeinen Straßengüterverkehr, wie auch der Preisindex für den Straßengüterverkehr des Statistischen Bundesamtes belegt.

Gute Auslastung im zweiten Quartal 2015

Ein Grund für den Preisanstieg des Index im TTM dürfte der verringerte Frachtraum sein, der dem Markt zur Verfügung stand. Laut TMM ist der Kapazitätsindex im zweiten Quartal um 34,8 Prozent auf 67,8 Punkte gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit dem zweiten Quartal 2011 und der zweitniedrigste seit dem Beginn der Erhebungen des TMM im Jahr 2008. Ein Indiz dafür, dass die Auftragslage im zweiten Quartal 2015 gut war.

(Quelle: cd, VerkehrsRundschau.de)