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Wolfgang Severing ist Leiter der Abteilung Verkehrswirtschaft beim BAG Foto: BAG

Kraftfahrerbefragung „Werte die uns nachdenklich stimmen sollten“

(17.12.2014) Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat Kraftfahrer zu ihrem Beruf befragt. Wolfgang Severing, Leiter der Abteilung Verkehrswirtschaft beim BAG und Herausgeber der Studie, erklärt, welche Schlüsse das BAG aus den Antworten zieht.

VR: Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat soeben erstmals in- und ausländische Kraftfahrer zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Welches Ergebnis hat Sie persönlich am meisten überrascht?
Wolfgang Severing: Ein bedenkliches Ergebnis war, dass nur 45 Prozent der befragten deutschen Berufskraftfahrer ihren Beruf nochmals ergreifen würden. Bei den rumänischen Kraftfahrern lag dieser Wert mit 78 Prozent und bei den Bulgaren mit 77 Prozent viel höher. Das sind Werte, die uns nachdenklich stimmen sollten, weil gerade in Deutschland in den kommenden Jahren viele Fahrer altersbedingt ausscheiden und das Potenzial an jungen Menschen, die in den Fahrerberuf nachrücken können, abnehmen wird.

VR: Nachdenklich stimmt auch, dass Ihre Studie erstmalig zeigt, wie viele Kraftfahrer aus Bulgarien (70 Prozent) und Rumänien (56 Prozent) ihre lange Wochenruhezeit im LKW verbringen.
Trotz dieser Werte ist genau das zumindest für die von uns befragten bulgarischen und rumänischen Fahrer offensichtlich nicht das Kernproblem. Und unsere Studie zeigt auch, dass von den deutschen Fernfahrern lediglich vier Prozent ihre lange Wochenruhezeit im Fahrzeug verbringen.

VR: Das BAG wird also auch jetzt nicht Fahrer kontrollieren, ob sie ihre Wochenruhezeit im LKW verbringen? Belgien und Frankreich haben ja bereits entsprechende Gesetze verabschiedet.
Dieses Thema ist europarechtlich noch nicht abschließend geklärt. Darüber entscheidet die EU-Kommission. Und von dieser Entscheidung hängt ab, wie der deutsche Gesetzgeber und wie letztlich wir als BAG verfahren.

Hier klicken und komplette Studie ansehen.

Das Interview führte VerkehrsRundschau-Redakteurin Eva Hassa

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