EU-BKF | BKrFQG News

In Deutschland herrscht ein eklatanter Mangel an Berufskraftfahrern; Foto: (c) Daniel Ernst - Fotolia
In Deutschland herrscht ein eklatanter Mangel an Berufskraftfahrern; Foto: (c) Daniel Ernst - Fotolia

Eklatanter Mangel an Lkw-Fahrer in Deutschland

(17.07.2012) Wie der TÜV Rheinland in seiner bundesweiten, repräsentativen Studie „Wer fährt die Trucks von morgen – Nachwuchs oder Fahrermangel in der Bundesrepublik Deutschland“ berichtet, gaben rund 84 Prozent der Befragten Speditionsunternehmen an, dass ein spürbarer Mangel an qualifizierten Berufskraftfahrern festzustellen ist. Fast die Hälfte der Unternehmen sind direkt vom Fahrermangel betroffen. Weiterhin fehlen drei Viertel der Betriebe aktuell ein bis drei Fahrer. Bei mehr als jedem vierten Logistikbetrieb fehlen sogar mehr als fünf!

Neben einer sehr starken Wechselbereitschaft der Fahrer (90 Prozent der Unternehmen sprechen von einer „eher starken“ bis „stark“ ausgeprägten Fluktuation) lässt sich auch ein verstärkter Zufluss von Fahrpersonal aus Osteuropa nachweisen.

Zudem wird sich laut Prof. Brauckmann, Vorstand Mobilität beim TÜV Rheinland, der Fahrermangel auch auf die Verkehrssicherheit auswirken. Verstärkter Stress und Überbelastung der Fahrer erhöhe die Unfallgefahr. Hier sieht Prof. Brauckmann die Politik in der Pflicht. Diese müsse z.B. durch Ausbildungsvergütungen für Betriebe, die den Fahrernachwuchs fördern, eingreifen.

Als Hauptgrund für den Fahrermangel machen rund ein Drittel die unattraktiven Arbeitsbedingungen aus. Zudem nennen jeweils etwa 18 Prozent zu hohe Führerscheinkosten und das schlechte Image des Berufs.

Bei der Beschaffung von neuem Fahrpersonal arbeitet die Mehrheit der Unternehmen (71 Prozent) mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Allerdings ist knapp die Hälfte der befragten Unternehmen der Meinung, dass Schulungen oder Umschulungen zum Berufskraftfahrer von der Agentur für Arbeit nicht ausreichend angeboten werde. Nur jedes dritte Unternehmen bildet selbst Fahrer aus oder bietet Nachwuchsförderprogramme bzw. Ausbildungsinitiativen. 

Viele Arbeitgeber bieten ihren Fahrern allerdings zusätzliche Anreize. Über 90 Prozent geben an, Schulungen zu zahlen oder den Fahrern ein „eigenes“ Fahrzeug zu überlassen. Mehr als 80 Prozent kommen für Arbeitskleidung auf, rund drei Viertel bietet einen überdurchschnittlichen Lohn, die Hälfte lockt mit Erfolgsprämien und rund 44 Prozent übernehmen die Führerscheinkosten.

 

Den gesamten Bericht des TÜV Rheinland finden Sie hier.

 

Quelle: www.tuv.com