Berufskraftfahrer Qualifikation: Häufig gestellte Fragen (FAQs)

 

 

 

Allgemeine Hinweise

 
  • Bei Fragen zur Berufskraftfahrer-Qualifikation kann Ihnen z. B. Ihre örtliche IHK oder Fahrerlaubnisbehörde weiterhelfen.
 
 
  • Lesen Sie zur Sicherheit auch immer nochmal im Gesetzestext nach. Hier sind alle Informationen auch zu möglichen Ausnahmen enthalten.
 
  • Bitte beachten Sie, dass wir von EU-BKF für Auskünfte keine rechtliche Gewähr übernehmen können.
 
 

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  1. Das BKrFQG
  2. Grundqualifikation
  3. Inhalte der Weiterbildung
  4. Weiterbildungsfristen
  5. Kosten und Freistellung
  6. Förderungsmöglichkeiten
  7. Fahrer mit Fahrerlaubnisklasse C und D
  8. Fahrerlaubnis Klasse 3
  9. Spätere gewerbliche Nutzung der Fahrerlaubnis
  10. Ausbilder
  11. ADR-Kurs
  12. (Abfall-) Entsorgung
  13. Werkstattmitarbeiter/Werkstattfahrten
  14. Facharbeiter-Ausbildung
  15. Handwerkerregel
  16. Überführungsfahrten
  17. Abschleppdienst/Pannenhilfe
  18. Verkaufsfahrer
  19. Aushilfsfahrer 
 
Wichtig!
Bitte beachten Sie für mögliche Einzelausnahmeregelungen unseren Hinweis:
Falls doch eine Ausnahmeregelung genutzt werden sollte, wird unbedingt dazu geraten, diese schriftlich zu bestätigen und vom Fahrer mitführen zu lassen.

 

Das BKrFQG

EU-Berufskraftfahrer - was bedeutet das?

Gemäß dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz müssen alle Fahrer im Güter- und Personenverkehr, sofern sie
  • Fahrten gewerblich durchführen und
  • mit Fahrzeugen unterwegs sind, für die ein Führerschein der Klassen C/CE, C1/C1E, D1/D1E oder D/DE erforderlich ist,
 
regelmäßig alle fünf Jahre 35 Stunden Weiterbildung absolvieren. Wer seinen Führerschein ab dem 10. September 2009 (C-Klassen) bzw. ab dem 10. September 2008 (D-Klassen) erwirbt, muss zusätzlich eine Grundqualifikation absolvieren, um gewerbliche Fahrten durchzuführen.
Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz beruht auf der Richtlinie 2003/59/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Die Richtlinie der Europäischen Union musste auch in allen anderen EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt werden.
 

Grundqualifikation

Wer muss eine Grundqualifikation beziehungsweise beschleunigte Grundqualifikation absolvieren?

Wer den Führerschein der Klassen D1/D1E, D/DE ab dem 10. September 2008 erhalten hat, muss zusätzlich eine Grundqualifikation bzw. beschleunigte Grundqualifikation erwerben.
Für Lkw-Fahrer gilt der Stichtag 10. September 2009. Alle danach erworbenen Fahrerlaubnisse berechtigen ohne Grundqualifikation beziehungsweise beschleunigte Grundqualifikation nicht mehr dazu, gewerblich als Fahrer im Güter- oder Personenverkehr tätig zu sein.
 

Ich habe den alten Führerschein Klasse 3 und die Weiterbildung bereits gemacht. Jetzt erweitere ich auf die Fahrerlaubnisklasse CE. Die „95“ ist bereits eingetragen für C1, C1E, CE>12t . . Muss ich zusätzlich noch eine Grundqualifikation für die Klasse C/CE machen?

Die Pflicht zum Erwerb der Grundqualifikation gilt nicht für sog. „Besitzständler“ nach § 3 BKrFQG (beim erstmaligen Erwerb der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse vor den Stichtag 10. September 2009). Da dies auch für die Fahrerlaubnisse der Klasse 3 gilt, haben Sie sich durch Ihre Weiterbildung für den Lkw-Bereich bereits grundqualifiziert. Im Falle einer Erweiterung auf C/CE muss deshalb keine zusätzliche Grundqualifikation erworben werden.
Nur im Falle eines Wechsels zwischen Güter- und Personenverkehr und der entsprechenden Erweiterung der Fahrerlaubnis müsste eine ergänzende Grundqualifikation erworben werden.

Ich befinde mich seit 2010 im Besitz der Führerscheinklasse C, habe damals jedoch keine Grundqualifikation erworben. Bis zu welchem Datum kann ich die Grundqualifikation  nachholen?

Im gewerblichen Güterkraftverkehr sind Fahrer und Fahrerinnen von Lkw (über 3,5 t zulässige Gesamtmasse) seit dem 10. September 2009 verpflichtet sich einer über die Fahrerlaubnisausbildung hinausgehenden Grundqualifikation und einer regelmäßigen Weiterbildung zu unterziehen. Fahrer, die eine entsprechende Fahrerlaubnis (C1, C1E, C, CE) nach dem 10. September 2009 erworben haben, dürfen demnach schon heute nur mit Grundqualifikation gewerblich unterwegs sein.
Die Grundqualifikation können Sie jederzeit bei entsprechenden Ausbildungsstätten (z.B. C/CE-Fahrschulen) nachholen. Bis dahin sollten Sie natürlich nicht gewerblich mit Klasse C Fahrzeugen fahren. 

Inhalte der Weiterbildung

Welche Inhalte sollen bei der Weiterbildung vermittelt werden?

Welche Inhalte Ausbilder in der Weiterbildung und der (beschleunigten) Grundqualifikation zu schulen haben, ist in den drei Kenntnisbereichen des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (BKrFQG) festgelegt (siehe Anlage 1 Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV)). Um welche Kenntnisbereiche es sich handelt, finden Sie hier.
Gewöhnlich werden die Inhalte in Modulen umgesetzt. Der Verlag Heinrich Vogel hat hierzu Modulreihen für die erste und zweite Weiterbildungsrunde entwickelt, die sogenannte 1. und 2. Welle.
 

Warum gibt es für die 2. Welle neue Module und was ist neu?

Mit der 2. Welle bietet der Verlag Heinrich Vogel Neues und Bewährtes in einem: Neue Inhalte, Schwerpunkte und Lernformen in der bekannten Modul-Struktur. So garantieren wir, dass Teilnehmer auch nach der zweiten Weiterbildungsrunde neues Wissen in den Beruf mitnehmen.
Für Teilnehmer bedeutet das:
  • Noch stärkerer Praxisbezug durch vermehrten Einsatz von Fallbeispielen
  • Stärkere Aktivierung der Teilnehmer durch praktische Aufgaben und Übungen
  • Maßgeschneiderter Unterricht: Inhalte sind speziell auf verschiedene Branchen zugeschnitten
  • „Wissen to go“ mit dem herausnehmbaren Pocket-Guide
 
Zusätzlich für Trainer:
  • Völlig neue Tagesabläufe pro Modul
  • Detaillierte Erläuterungen zu Lernzielen, Übungen, Abläufen und Methodik
  • Verzahnung mit PC Professional sowie dem Arbeits- und Lehrbuch
  • Verschiedene Übungsformen
 
Im Bereich Weiterbildung Bus ist die 2. Welle bereits vollständig erhältlich, in der Weiterbildung Lkw gibt es die ersten drei Module der 2. Welle ab September 2014.
 

Weiterbildungsfristen

Bis wann muss die erste Weiterbildungsrunde nachgewiesen sein?

Eine erste Weiterbildung (35 Stunden) ist zu absolvieren für alle gewerblich tätigen
  • Busfahrer bis einschließlich 9. September 2013*
  • Lkw-Fahrer bis einschließlich 9. September 2014*
(* Um die Weiterbildung mit der Gültigkeit des Führerscheins zu synchronisieren, kann bei entsprechendem Ablaufdatum des Führerscheins die Weiterbildung bis einschließlich 9. September 2015 bei Busfahrern und bei Lkw-Fahrern bis einschließlich 9. September 2016 erfolgen. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Fahrerlaubnis noch gültig ist.)

Muss ich, nachdem ich die 5 Module gerade durchlaufen und nachgewiesen habe, bis zum Ablauf der 5 Jahre schon mit den neuen Weiterbildungsmodulen beginnen?

Ja, denn nach § 5 des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) müssen Sie die Weiterbildungen „im Abstand von jeweils fünf Jahren wiederholen“ und nachweisen. Wichtig ist, dass Sie vor Ablauf der 5 Jahre die neuen Weiterbildungsmodule absolviert haben.
 

Kosten und Freistellung

Mein Vorgesetzter hat mich darauf hingewiesen, dass ich die Weiterbildung absolvieren muss. Wer trägt die Kosten der Weiterbildung? Muss ich für die Weiterbildung Urlaub nehmen?

Die Pflicht zur Weiterbildung obliegt dem Kraftfahrer. Das heißt, grundsätzlich müssen Sie sich selbst um Ihre Weiterbildung kümmern und auch die Kosten übernehmen. Ihr Vorgesetzter ist somit nicht verpflichtet, die Weiterbildungskosten zu tragen oder Ihnen für diese Zeit frei zu geben.
Es gibt jedoch viele Unternehmen, die freiwillig die Weiterbildungskosten und auch die Organisation der Termine für Ihre Fahrer übernehmen.

Dürfen Weiterbildungen gemäß BKrFQG auch an Sonn- und Feiertagen durchgeführt werden?

Nein, es gelten das Arbeitszeitgesetz und das Sonn- und Feiertagsgesetz.
 

Förderungsmöglichkeiten

Ich habe gelesen, dass die 5 EU-BKF Module vom BAG gefördert werden. Ist das richtig und wenn ja, wo kann man diese Förderung beantragen?

In der Tat bietet das BAG im Auftrag des Bundesministeriums (BMVI) ein Förderprogramm „Aus- und Weiterbildung“ für Unternehmen an. Da die Nachfrage erfahrungsgemäß sehr hoch ist, ist es wichtig, den Antrag fristgerecht und vollständig einzureichen. Wie viele Fördermittel für das Jahr 2014 zur Verfügung stehen, ist momentan aber noch nicht abzusehen.
Alle wichtigen Informationen und Antragsformulare erhalten Sie auf der Webseite des
BAG (siehe Link): http://www.bag.bund.de/DE/Service/FAQs/faq_foerderprogramme_2014_node.html

Fahrer mit Fahrerlaubnis Klasse C und D

Muss ein Fahrer, der sowohl die Fahrerlaubnis Klasse C als auch die der Klasse D besitzt, zweimal 35 Stunden Weiterbildung innerhalb von 5 Jahren absolvieren? 

Nein, eine Weiterbildung von 35 Stunden innerhalb von 5 Jahren reicht aus.
Grundsätzlich müssen Sie insgesamt nur 5 Module (35 h) in 5 Jahren besuchen, also nicht für jede Fahrzeugklasse extra. Der Schwerpunkt der Weiterbildungen sollte auf der Fahrzeugklasse liegen, mit der Sie hauptsächlich unterwegs sind; es gibt hierzu aber keine Vorschriften.
 

 

Fahrerlaubnis Klasse 3

Müssen Fahrerlaubnisinhaber der alten Klasse 3 an einer Weiterbildung teilnehmen?

Ja, auch wenn die Fahrerlaubnis nach altem Recht erworben worden ist, sind diese Fahrer von der Neuregelung betroffen. Sie müssen als gewerblich tätiger Kraftfahrer bei Fahrten mit Fahrzeugen über 3,5 t zulässiger Gesamtmasse in Zukunft regelmäßig eine Weiterbildung in Form von 35 Stunden Unterricht ohne Prüfung absolvieren.

Eine erste Weiterbildung müssen sie bis einschließlich 9. September 2014 nachweisen, danach alle 5 Jahre erneut.

Von der Pflicht zur Grundqualifikation sind diese Fahrer jedoch befreit, da sie die Fahrerlaubnis vor dem Stichtag 10. September 2009 erworben haben.
(Weiterbildung: siehe §1 "Anwendungsbereich" BKrFQG); Grundqualifikation: siehe §3 "Besitzstand" BKrFQG)

Ich habe den alten Führerschein Klasse 3 und die Weiterbildung bereits gemacht. Jetzt erweitere ich auf die Fahrerlaubnisklasse CE. Die „95“ ist bereits eingetragen für C1, C1E, CE>12t. Muss ich zusätzlich noch eine Grundqualifikation für die Klasse C/CE machen?

Die Pflicht zum Erwerb der Grundqualifikation gilt nicht für sog. „Besitzständler“ nach § 3 BKrFQG (beim erstmaligen Erwerb der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse vor den Stichtag 10. September 2009). Da dies auch für die Fahrerlaubnisse der Klasse 3 gilt, haben Sie sich durch Ihre Weiterbildung für den Lkw-Bereich bereits grundqualifiziert. Im Falle einer Erweiterung auf C/CE muss deshalb keine zusätzliche Grundqualifikation erworben werden.
Nur im Falle eines Wechsels zwischen Güter- und Personenverkehr und der entsprechenden Erweiterung der Fahrerlaubnis müsste eine ergänzende Grundqualifikation erworben werden.

 

Spätere gewerbliche Nutzung der Fahrerlaubnis

Ein Fahrer hat die Verlängerung der „95" nicht durchführen lassen, da er nicht mehr als Lkw-Fahrer tätig ist. Wenn er später wieder gewerblich fahren möchte, muss er die Grundqualifikation und Weiterbildung erneut nachweisen?

Die einmal abgelegte Grundqualifikation bleibt gültig, egal ob sie durch Prüfung, Besitzstand oder Ausbildung zum Berufskraftfahrer/Fachkraft im Fahrbetrieb erworben wurde. Der Fahrer muss jedoch die 35 Stunden Weiterbildung nachweisen, um die 95 wieder eingetragen zu bekommen.


Zurzeit nutze ich die Fahrerlaubnisklasse CE (vor September 2009 erworben) nicht beruflich. Was muss ich nachweisen, wenn ich in 10 oder 20 Jahren wieder gewerblich fahren möchte?

Zusätzlich zu Ihrer gültigen Fahrerlaubnisklasse CE müssen Sie vor der gewerblichen Nutzung noch eine Weiterbildung von 35 Stunden absolvieren und sich diese durch die Schlüsselzahl „95“ im Führerschein eintragen lassen. Es ist sinnvoll, dass Sie die Weiterbildung erst dann absolvieren, wenn Sie beabsichtigen, die Fahrerlaubnisklasse wieder gewerblich zu nutzen.


Ich befinde mich seit 2010 im Besitz der Führerscheinklasse C, habe damals jedoch keine Grundqualifikation erworben. Bis zu welchem Datum kann ich die Grundqualifikation nachholen?

Im gewerblichen Güterkraftverkehr sind Fahrer und Fahrerinnen von Lkws (über 3,5 t zulässige Gesamtmasse) seit dem 10. September 2009 verpflichtet, sich einer über die Fahrerlaubnisausbildung hinausgehenden Grundqualifikation und einer regelmäßigen Weiterbildung zu unterziehen. Fahrer, die eine entsprechende Fahrerlaubnis (C1, C1E, C, CE) nach dem 10. September 2009 erworben haben, dürfen demnach schon heute nur mit Grundqualifikation gewerblich unterwegs sein.
Die Grundqualifikation können Sie jederzeit bei entsprechenden Ausbildungsstätten (z.B. C/CE Fahrschulen) nachholen. Bis dahin dürfen Sie natürlich nicht gewerblich mit Klasse C Fahrzeugen fahren.
 


Ausbilder

 

Als Fahrlehrer der Klasse CE führe ich selbst Weiterbildungen nach BKrFQG durch. Da ich nebenberuflich gewerblich Lkw fahre benötige ich auch die Schlüsselzahl 95 im Führerschein. Muss ich hierzu auch selbst die Weiterbildungsmodule besuchen? 

Als Fahrlehrer im Sinne des § 6 Nr. 2 BKrFQV  dürfen Sie sich die Weiterbildungsbescheinigung für die selbst als Ausbilder durchgeführten Module/Kenntnisbereiche mittels der normalen Bescheinigung der Ausbildungsstätte bestätigen. Die Module, die Sie nicht selbst unterrichten, müssen Sie jedoch „ganz normal“ wie jeder Kraftfahrer besuchen. 
Wir empfehlen, ggf. Rücksprache mit der örtlichen IHK bzw. Führerscheinstelle zu halten.


ADR-Kurs

 

Können ADR-Kurse für die Weiterbildung gemäß BKrFQG angerechnet werden?

 Nein, ADR-Ausbildungen können nicht angerechnet werden.
 
 

(Abfall-) Entsorgung

 

Sind Fahrer von Fahrzeugen zur Abfallentsorgung von den Regelungen des BKrFQG betroffen?

Ja, da es sich bei der Abfallentsorgung - einschließlich „Einsammeln" von Hausmüll - gemäß § 1 Abs. 1 BKrFQG um Fahrten im Güterkraftverkehr zu gewerblichen Zwecken handelt.


Werkstattmitarbeiter/Werkstattfahrten

Ein Mitarbeiter eines Betriebes (keine Werkstatt) führt Leerfahrten zur und von der Werkstatt durch. Grund der Fahrten: Abgabe zur Inspektion, Abnahme von HU oder SP. Es werden keine Personen oder Güter befördert. Ist diese Person von der Weiterbildung (Eintrag 95 befreit)?


Bei Überführungsfahrten sind Sie von der Qualifikations- und Weiterbildungspflicht ausgenommen, wenn die Kraftfahrzeuge: 
  • der technischen Entwicklung, zu Reparatur- oder Wartungszwecken oder der technischen Untersuchung/Prüfungen unterzogen werden sollen,
  • in Wahrnehmung von Aufgaben, die den Sachverständigen oder Prüfern im Sinne des § 1 des Kraftfahrsachverständigengesetzes (KfSachvG) oder der Anlage VIIIb der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) übertragen sind, eingesetzt werden oder
  • neu oder umgebaut und noch nicht in Betrieb genommen worden sind.
 
Dementsprechend kann es möglich sein, dass Sie einzelne Überführungsfahrten auch ohne Grundqualifikation/Weiterbildung durchführen können. Aussagen zur Weiterbildungs- und Qualifikationspflicht sind jedoch immer von den Details des Einzelfalles (speziell der einzelnen Fahrt) abhängig.


Facharbeiter-Ausbildung

Ich habe 1979 die Ausbildung als Facharbeiter für Berufskraftfahrer mit Erfolg abgeschlossen. Muss auch ich an der  Berufskraftfahrer-Weiterbildung teilnehmen?

Da Sie eine entsprechende Fahrerlaubnis vor den oben genannten Stichtagen erworben haben, genießen Sie Besitzstand. Aus Sicht des Gesetzgebers sind Sie (mit Führerschein oder Berufsausbildung vor 10.09.2008/2009) bereits grundqualifiziert, müssen aber, wie auch Fahrer, die eine Grundqualifikation erworben haben - alle fünf Jahre eine Weiterbildung absolvieren. Den Nachweis der Weiterbildungsmodule (als Eintrag der Schlüsselzahl 95 im Führerschein) benötigen Sie im Personenverkehr erstmals bis 10.10.2013 und im Güterverkehr bis 10.10.2014.


Handwerkerregel

Nebenberuflich führe ich Baggerarbeiten (Aushub usw.) und Verbundsteinarbeiten auf selbstständiger Basis durch. Zum Transport für Bagger, Schotter, Verbundsteine, Mutterboden, Beton usw. benutze ich einen LKW mit Anhänger.  Fallen diese Fahrten unter die Ausnahme der sog. Handwerkerregelung?

In diesem Fall könnte die aufgeführte Handwerkerregelung (§1 Absatz 2 Punkt 5 BKrFQG) durchaus greifen. Grundsätzlich stellt sich hierbei die Frage nach der wirklichen Haupttätigkeit. D.h. steht der gewerbliche Transport des Materials im Vordergrund oder eher Ihre  Aushub- und Verbundsteinarbeiten. Damit die Ausnahmeregelung greift, darf der Transport nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Überführungsfahrten

Beruflich fahre ich Lkws zur Überführung zwischen verschiedenen Betriebsteilen und zum Tanken - sprich immer ohne Ladung. Muss ich trotzdem an einer Grundqualifikation bzw. Weiterbildung teilnehmen?

Eine Ausnahmeregelung für Überführungsfahrten enthält §1 Absatz 2 Nr. 4c BKrFQG. Hier sind die Fahrer von Überführungsfahrten von der Weiterbildungspflicht ausgenommen, wenn bei den Fahrzeugen eine förmliche Inbetriebnahme im Sinne einer Erst- bzw. Wiederzulassung nach Umbau des Fahrzeugs noch nicht erfolgt ist. Das maßgebliche Kriterium ist also die Verwendung von Überführungskennzeichen bei der fraglichen Fahrt. Wenn die überführten Fahrzeuge keine Überführungskennzeichen haben, müssen Sie eine Grundqualifikation bzw. Weiterbildung absolvieren und durch die Schlüsselzahl „95“ im Führerschein nachweisen.


Abschleppdienst/Pannenhilfe

Muss ich als Werkstattmitarbeiter zum gelegentlichen Abschleppen von Pannenfahrzeugen eine Grundqualifikation bzw. Weiterbildung nachweisen?

Bei Abschleppfahrten zu Reparaturzwecken können Sie u.U. nach §1 Abs.2 Nr. 5 BKrFQG befreit sein, wenn das Führen des Fahrzeugs hierbei nicht die Hauptbeschäftigung darstellt.


Verkaufsfahrer

Ich bin Verkaufsfahrer in einem Großhandel. Muss ich eine Weiterbildung absolvieren?

Verkaufsfahrer, Rollende Supermärkte und Rollende Leihbibliotheken sind vom Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz ausgenommen, sofern es sich um keine Hauptbeschäftigung handelt. Die Ausnahme (§ 1 Abs. 2 Nr. 5 BKrFQG) ist zu bejahen bei Fahrzeugen mit jeweils für diesen Zweck bestimmter, besonderer Ausstattung, die als Verkaufswagen auf öffentlichen Märkten oder für den ambulanten Verkauf dienen, sofern das Führen des Fahrzeugs nicht die Hauptbeschäftigung des Fahrers darstellt.


Aushilfsfahrer

Müssen Fahrer, die aushilfsweise als Lkw-Fahrer bei einer Spedition arbeiten, an einer Weiterbildung teilnehmen?

Ja, da ein Kraftfahrer, der gewerblich unterwegs ist, wenn auch nur aushilfsweise, nicht unter die Ausnahmeregelung des §1 Absatz 2 BKrFQG fällt (siehe §1 "Anwendungsbereich" Absatz 2 BKrFQG).
Die Schulungsverpflichtung besteht grundsätzlich für alle Fahrten im Güterkraftverkehr zu gewerblichen Zwecken auf öffentlichen Straßen mit Kraftfahrzeugen, für die eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C oder CE erforderlich ist (also ab 3,5 t zGG). Ob der Fahrer dies hauptberuflich macht oder aushilfsweise, spielt dabei keine Rolle.

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